(ANSA) - BOZEN, 4 MAI - Eine Studie der Kardiologie am Krankenhaus Bozen zeigt, dass Künstliche Intelligenz (KI) bei einer besonders schwer erkennbaren Form des Herzinfarkts bereits im ersten EKG wertvolle Hinweise liefern kann. Der Vorteil zeigte sich vor allem in der sehr frühen Phase der Abklärung, also dann, wenn noch nicht alle weiteren Untersuchungsergebnisse vorliegen. Im Mittelpunkt stand der sogenannte okklusive Myokardinfarkt (OMI). An der Untersuchung nahmen 1.490 Personen mit Verdacht auf ein akutes Koronarsyndrom teil, bei denen im ersten EKG keine ST-Streckenhebung vorlag. Die KI erkannte einen okklusiven Myokardinfarkt in 84 Prozent der Fälle korrekt; die Sensitivität lag bei 77 Prozent, die Spezifität bei 99 Prozent. Damit war sie der unmittelbaren Erstbeurteilung des ersten EKGs durch die aktuell gängige Standarddefinition überlegen. Entscheidend ist dabei, dass sich der Vergleich ausschließlich auf die allererste EKG-Interpretation bezieht, nicht auf die gesamte kardiologische Diagnostik. Gerade darin liegt die praktische Bedeutung der Arbeit: wenn ein kritischer Befund früher erkannt wird, können weitere Abklärung und Therapie früher eingeleitet werden. Dies teilt der Sanitätsbetrieb in einer Aussendung mit. Die Ergebnisse wurden auf einem internationalen Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie in Lissabon durch Dr. Federico Nani vorgestellt und fanden dort große Beachtung. Die Studie entstand in der Arbeitsgruppe um Dr. Matthias Unterhuber innerhalb des Teams der Kardiologie am Krankenhaus Bozen unter der Leitung von Primar Dr. Rainer Oberhollenzer. (ANSA). YGK-KNM
Sanität, durch KI spezielle Infarktform früher erkennen Studie zeigt, dass eine KI einen entscheidenden Verdacht liefern kann.
4 maggio 2026 • 09:12

