(ANSA) - BOZEN, 14 APR - Fratelli d'Italia in Bozen hat innerhalb weniger Tage zwei Gemeinderäte verloren: Giuseppe Martucci und Andrea Lucci sind in die gemischte Fraktion gewechselt, haben jedoch ihre Unterstützung für die derzeitige Stadtregierung von Bürgermeister Claudio Corrarati bekräftigt, die sich aus SVP und Mitte-rechts zusammensetzt. Zu einer möglichen Annäherung an Futuro Nazionale erklärte der lokale Vertreter Massimo Bessone: Unsere Türen stehen offen, wir wollen wachsen. Wenn sie meinem Gründungskomitee in Bozen beitreten möchten, sehr gerne; wenn sie hingegen ein eigenes Komitee gründen wollen, ist das ebenso in Ordnung." Laut Lucci - wie die Tageszeitung Alto Adige berichtet - sei die Entscheidung auf das Wegfallen der Mindestvoraussetzungen für Dialog und Austausch innerhalb der Fraktion zurückzuführen". Zudem beklagt er eine zunehmende Distanz", die sich auch im Fall Vettori gezeigt habe, insbesondere im Hinblick auf die Auslegung des Verhältnisses zwischen dem Prinzip der Unschuldsvermutung und dem Schutz der Frauenrechte, die er als nicht vollständig teilbar" bezeichnet. Carlo Vettori, der von seiner Ehefrau der Misshandlung beschuldigt wird, war im vergangenen Herbst als Gemeinderatspräsident zurückgetreten und hatte seine Parteimitgliedschaft bei Fratelli d'Italia ausgesetzt. Nach vier Monaten Abwesenheit kehrte er kürzlich in den Gemeinderat zurück. Wir nehmen die Entscheidung des Gemeinderats Andrea Lucci mit Bedauern und Überraschung zur Kenntnis, insbesondere wegen der Art und Weise, wie sie zustande gekommen ist, ohne vorherige Abstimmung innerhalb der Fraktion und der Partei", erklärte Fraktionssprecher Roberto Muraro. Wir haben stets den Dialog gesucht, in jedem Rahmen, mit dem Ziel, die Fraktion geeint zu halten und dem von den Wählern erteilten Auftrag Kontinuität zu verleihen. Leider war dieses Bemühen nicht ausreichend." Es ist angebracht, daran zu erinnern, dass Gemeinderat Martucci 112 persönliche Vorzugsstimmen erhalten hatte und Gemeinderat Lucci 149, bei einem Gesamtergebnis von Fratelli d'Italia bei den Gemeinderatswahlen 2025 von 5.724 Stimmen, entsprechend 15,40 %. Ein bedeutendes Ergebnis, das Fratelli d'Italia zur meistgewählten italienischen Partei in Südtirol gemacht hat und ein klarer Ausdruck des Vertrauens der Bürger in ein gemeinsames politisches Projekt ist", heißt es in der Mitteilung weiter. Zum Fall Vettori erklärte der Fraktionssprecher abschließend: Das Prinzip der Unschuldsvermutung darf nicht je nach Situation unterschiedlich angewendet werden. Wenn es selektiv wird, hört es auf, ein Prinzip zu sein, und verwandelt sich in ein strafendes Instrument." (ANSA). YSU-WA