(ANSA) - BOZEN, 27 APR - Während die klassische Arbeitssicherheit oft bei sichtbaren Gefahren ansetzt, rücken neueste Berichte der Internationalen Arbeitsorganisation ILO psychosoziale Risiken stärker in den Mittelpunkt. Stress, ständige Erreichbarkeit, die Angst vor dem Arbeitsplatzverlust und die Verdichtung von Arbeitsprozessen führen demnach weltweit zu einem Anstieg von Erschöpfungszuständen und psychischen Erkrankungen. "Ein moderner Arbeitsplatz darf die Mitarbeitenden nicht krank machen - weder körperlich noch seelisch", sagt Arbeitslandesrätin Magdalena Amhof. Anlässlich des Internationalen Tages für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz, der am 28. April stattfindet, erklärt die Landesrätin: "der Schutz der mentalen Gesundheit am Arbeitsplatz ist ebenso wichtig wie die Vermeidung physischer Unfälle." Die ILO-Leitlinien für 2026 machen klar, dass psychosoziale Risiken keine Privatsache, sondern eine Managementaufgabe sind. Es gehe darum, die Anzeichen von Überlastung frühzeitig zu erkennen und präventiv gegenzusteuern. Prävention im digitalen Zeitalter Insbesondere die Digitalisierung und neue Arbeitsformen (wie Remote Work) lassen die Grenzen zwischen Privatleben und Beruf verschwimmen. Dies erfordert neue Ansätze in der Gefährdungsbeurteilung. "Wir alle sind gefordert, eine Arbeitskultur zu schaffen, in der man über Belastungen sprechen kann, ohne stigmatisiert zu werden. Das Recht auf Nichterreichbarkeit und klare Pausenregelungen sind in einer digitalen Welt essenzielle Sicherheitsmaßnahmen", führt Amhof aus. "Ein sicherer Arbeitsplatz ist ein Grundrecht. Dafür brauchen wir gemeinsam Verantwortung und den Mut, auch bewährte Strukturen zu verbessern", so Amhof abschließend (ANSA). YGK-WA
Aufmerksamkeit auf die psychische Gesundheit in der Arbeitswelt
27 aprile 2026 • 15:30

