(ANSA) - BOZEN, 5 AUG - Das Geschäftsklima im Baugewerbe bleibt insgesamt positiv: Fast neun von zehn Unternehmen erwarten heuer eine zufriedenstellende Ertragslage. Allerdings berichten die Betriebe von einer Abschwächung der Nachfrage. Dies geht aus der Sommerausgabe des Wirtschaftsbarometers vom Wifo Institut für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen hervor. Im Baugewerbe rechnen 88 Prozent der Unternehmen damit, im Jahr 2026 eine (zumindest) zufriedenstellende Ertragslage zu erzielen, auch dank der Preisanhebungen, die zur Kompensation der gestiegenen Kosten vorgenommen wurden. Allerdings verfestigen sich einige Anzeichen einer konjunkturellen Abschwächung, die bereits bei der Frühjahrserhebung sichtbar waren: Insbesondere erwarten die Unternehmen heuer einen Rückgang der Umsätze und eine leichte Verringerung der Investitionen. Die Auslastung der Produktionskapazität dürfte leicht unter 90 Prozent liegen. Auf dem Arbeitsmarkt zeigt sich eine weitgehende Stagnation: Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten lag in der ersten Jahreshälfte 2026 durchschnittlich bei etwas mehr als 18.100 und damit um 0,3 Prozent über dem Wert des Vorjahreszeitraums. Handelskammerpräsident Michl Ebner verweist auf das Potenzial ungenutzter Flächen, um dem Wohnungsmangel in den Südtiroler Städten entgegenzuwirken: Die Freigabe von Flächen wie dem Bozner Bahnhofsareal oder den aufgelassenen ehemaligen Kasernen in verschiedenen Gemeinden würde einerseits die Schaffung neuer Wohnungen für Familien und Arbeitskräfte ermöglichen. Andererseits würde sie dazu beitragen, das Tätigkeits- und Beschäftigungsniveau im Baugewerbe zu sichern." Christian Egartner, Präsident des Baukollegiums, erklärt dazu: Die unsichere weltpolitische Lage, explodierende Rohstoffpreise - davon bleibt auch die Südtiroler Bauwirtschaft nicht verschont. Umso mehr braucht es gezielte Investitionen in zukunftsfähige Infrastrukturen, damit das Land wettbewerbsfähig bleibt, Entwicklung möglich ist und Arbeitsplätze gesichert werden. Zentral ist dabei die Wohnbaupolitik, wo wir auf einen Paradigmenwechsel bei der Ausweisung neuer Baurechte hoffen." Fritz Ploner, Baugruppenobmann im lvh, meint: Der Bausektor verfügt derzeit über eine stabile Grundauslastung. Gleichzeitig belasten steigende Lohn-, Material- und Energiekosten sowie der anhaltende Fachkräftemangel die Betriebe zunehmend. Die Unternehmen wünschen sich daher vor allem mehr Planungssicherheit, schnellere Genehmigungsverfahren, stabile Energiepreise und verlässliche Förderprogramme, um weiterhin investieren zu können und wettbewerbsfähig zu bleiben." (ANSA). YSU-WA