(ANSA) - BOZEN, 21 APR - Der Corona-Untersuchungsausschuss des Südtiroler Landtags hat seine Arbeiten zum Themenbereich Soziales aufgenommen. In einer Anhörung mit führenden Fachleuten wurde insbesondere die erste Phase der Pandemie beleuchtet, die laut Vorsitzender Brigitte Foppa den Sozialbereich stark belastete. Im Zentrum standen die Auswirkungen der staatlich angeordneten Schließungen sozialer Einrichtungen, etwa für Menschen mit Behinderung und in der Kinderbetreuung, die Familien vor erhebliche Herausforderungen stellten. Gleichzeitig wurde hervorgehoben, dass Südtirol vergleichsweise früh Lockerungen umgesetzt und Einrichtungen bereits im Sommer 2020 wieder geöffnet hatte. Breiten Raum nahm die Diskussion über Zuständigkeiten zwischen Staat und Land ein. Dabei ging es um das Spannungsfeld zwischen Autonomie und staatlichen Vorgaben zum Gesundheitsschutz sowie um die Schnittstelle zwischen Sozial- und Gesundheitsbereich. Während der Pandemie habe der Gesundheitsschutz Vorrang gehabt, wodurch andere Bedürfnisse teils vernachlässigt worden seien. Die Anhörung verlief laut Foppa in einem offenen und selbstkritischen Klima. Diskutiert wurden unter anderem fehlende Vorbereitung, unzureichende Abstimmung zwischen Diensten und Regionen sowie strukturelle Defizite in sozialen Einrichtungen. Verbesserungsbedarf wurde auch bei der medizinischen und pflegerischen Versorgung festgestellt. Kontrovers blieb das Thema Suspendierungen, die staatlich vorgegeben waren, hätten jedoch langfristige Folgen gehabt, da viele Betroffene nicht in den Dienst zurückkehrten. Laut Foppa haben diese Maßnahmen tiefe Spuren hinterlassen und wirken bis heute nach. Der Ausschuss tagt am 13. Mai 2026 erneut. (ANSA). YGK-KNM