BOZEN - Ein Bierfass ist mehr als 50 Jahren in einer Gletscherspalte im Ahrntal gelegen, bevor es der Bergläufer Daniel Oberlechner fand und ins Tal brachte. Bei der anschließenden Verkostung mit Arbeitskollegen und Freunden stellte sich heraus, dass das Bier noch einwandfrei war und gut schmeckte. Die außergewöhnliche Geschichte wird vom Arbeitgeber des 42-Jährigen, Lukas Harpf, vom gleichnamigen Getränkemarkt erzählt: „Daniel arbeitet seit vielen Jahren als Fahrer für uns, seine große Leidenschaft ist der Berglauf. Mehrmals die Woche läuft er nach der Arbeit von seinem Heimatort St. Johann hinauf zur Schwarzensteinhütte, das sind knapp 2.000 Höhenmeter", berichtet Harpf. Daniels Nachbar führte früher die Hütte und vor einigen Jahren erzählte er ihm, wie vor mehr als 50 Jahren bei einem Hubschrauberflug ein Bierfass aus dem Netz gefallen und in eine Gletscherspalte gelandet war. „Seitdem hielt Daniel bei seinen Läufen immer Ausschau nach dem Fass. Diesen Sommer war es dann so weit, bei einem heftigen Gewitter wurde das Fass freigelegt", fährt Harpf fort. In einer kräfteraubenden Aktion brachte er das 40 Kilo schwere Fass mit einer Kistenkarre über den Gletscher und die Geröllhalden in das Tal. Im Beisein seines Chefs, der Master of Beer ist, wurde der Inhalt verkostet. „Das Bier war einwandfrei. Der Geschmack, die Bernsteinfarbe und sogar der Kohlensäuregehalt waren noch in Ordnung", bestätigt der Experte. Das Fass wurde 1978 produziert, wie man aus der Gravur ersehen kann. „Es ist zwischen Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre in der Gletscherspalte gelandet. Es dürfte dort aber nie gefroren sein, sonst hätte das Fass sich verformt", erklärt Harpf. Deshalb war das Bier noch in einem so guten Zustand.
Bringt altes Bierfass vom Gletscher ins Tal, "das Bier war einwandfrei" Aktion des Ahrntaler Bergläufers Daniel Oberlechner
28 ottobre 2026 • 09:45

