BOZEN - Zu Allerheiligen und Allerseelen ruft der Südtiroler Bischof Ivo Muser zu Mitgefühl mit Menschen auf, die durch Suizid gestorben sind, und mit ihren Angehörigen. „Da sind höchste Zurückhaltung und Ehrfurcht geboten", betont Muser in seiner Botschaft zu den Gedenktagen am 1. und 2. November. In Südtirol sterben jährlich rund 40 bis 50 Menschen durch Suizid. Jede Selbsttötung sei tragisch und werfe schmerzliche, bohrende Fragen auf, besonders bei den Angehörigen und im persönlichen Umfeld der Betroffenen, schreibt der Bischof. Auf diese Fragen gebe es jedoch keine schnellen und befriedigenden Antworten. Das Leben sei ein Geschenk, über das der Mensch nicht nach Belieben verfügen könne. „Wir dürfen nicht über das Leben verfügen, über das fremde Leben nicht, und über das eigene nicht", betont Muser. Zugleich warnt er davor, Menschen zu verurteilen, die sich das Leben genommen haben. Gerade in solchen Fällen seien Zurückhaltung und Ehrfurcht geboten. Seine Botschaft richtet der Bischof auch an Menschen, die sich in einer Lebenskrise befinden: „ihr seid nicht allein. Vertraut euch jemanden an und nehmt Hilfe an." An Allerheiligen, Sonntag, 1. November, feiert Muser um 8.30 Uhr einen Gottesdienst in Lengstein am Ritten. Um 14.30 Uhr leitet er die Gräbersegnung am städtischen Friedhof von Bozen-Oberau. An Allerseelen, Montag, 2. November, zelebriert er um 18 Uhr in seinem Heimatort Gais ein Requiem. Menschen in Krisensituationen können sich rund um die Uhr an das Psychologische Krisentelefon unter der Grünen Nummer 800 101 800 oder an die Caritas-Telefonseelsorge unter 0471 052 052 wenden. In akuten Notfällen gilt die Notrufnummer 112. Weitere Informationen gibt es unter www.suizid-praevention.it und www.dubistnichtallein.it.
Bischof Muser, “über Menschen, die Suizid begehen, dürfen wir nicht urteilen”
29 ottobre 2026 • 08:59

