(ANSA) - BOZEN, 18 AUG - An einem Ort, in dem Inklusion in der Praxis gelingt, stellten die Landesrätinnen Rosmarie Pamer und Magdalena Amhof am 18. August Maßnahmen vor, mit denen Menschen mit Behinderungen im Bereich Arbeit und Beschäftigung unterstützt werden. Das Biofachgeschäft "GianniBio" setze auf ökologische und soziale Nachhaltigkeit, sagte Landesrätin Amhof und Landesrätin Pamer ergänzte dazu: "GianniBio arbeitet eng mit den sozialen Diensten und jenen der Arbeitsintegration zusammen, um Menschen mit Behinderungen Arbeits- und Beschäftigungsmöglichkeiten zu bieten." Arbeitgeber Andrea Paiarola hat insgesamt drei Mitarbeitende, die über diesen Weg in den Betrieb gekommen sind und seine Erfahrung beschrieb er als durchwegs positiv, auch weil sich seine Mitarbeiter ständig weiterentwickeln und sehr gut in das Arbeitsteam einleben. Seit geraumer Zeit setzt das Land Südtirol zur Integration durch Arbeit und Beschäftigung auf ein Dreistufenmodell, das auf Werkstätten und geschützten Diensten, der Arbeitsbeschäftigung und der Arbeitsintegration basiert. Was die Arbeitsintegration angeht, erinnerte Landesrätin Amhof an das Prämiensystem "Pro Ability", das Anreize für Unternehmen schafft, die Menschen mit Behinderung einzustellen. 2025 wurde dieses Fördersystem des Arbeitsmarktservice Südtirol (AMS) stark vereinfacht und digitalisiert. Die Prämie für Verträge mit einer Laufzeit von mindestens 180 Tagen betrage 4000 Euro, für bestehende, langfristige Arbeitsverhältnisse 9000 Euro. Durch die Aufstockung der Fördermittel fließen nun jährlich drei Millionen Euro in diese Initiative. Um Menschen mit Behinderungen gezielt vermitteln zu können, setzt das Land auf eine maßgeschneiderte Arbeitseingliederung: "Durch gezielte Vermittlung gelingt es, jährlich etwa 200 Personen in Beschäftigung zu bringen, ein Drittel davon findet den Weg in den Arbeitsmarkt mit einer individuellen Vereinbarung", berichtete Amhof. Darunter versteht man praktikumsähnliche Projekte zur Orientierung und Qualifizierung der Arbeitssuchenden am Arbeitsplatz, mit dem Ziel einer späteren Festanstellung. Wie beständig diese Arbeitsverhältnisse sind, zeige die Statistik: "70 Prozent der vermittelten Personen sind nach zehn Jahren noch beim selben Arbeitgeber beschäftigt. Das ist der große Mehrwert dieser Maßnahme." Um die Tätigkeit von Menschen mit Behinderung stärker anzuerkennen und ihre finanzielle Eigenständigkeit zu stärken, wird das Entgelt für Projekte der Arbeitsbeschäftigung und der -integration ab dem 1. Jänner 2027 erhöht. Zusätzlich werden 1,8 Millionen Euro pro Jahr bereitgestellt, wodurch der Höchstbetrag von 492 auf 650 Euro im Bereich Arbeitseingliederung und von 410 auf 585 Euro im Bereich Arbeitsintegration ansteigt. "Leistung verdient Anerkennung", sagte Landesrätin Pamer in Übereinstimmung mit Landesrätin Amhof. (ANSA). YSU-BUR