Unterberger, Lollobrigida soll Entnahme von Wölfen zulassen

"Der Landwirtschaftsminister Lollobrigida hat seine Zusage erneuert, die Probleme im Wolfsmanagement zu überwinden und die Entnahme von besonders gefährlichen Wölfen zuzulassen. Ich hoffe wirklich, dass auf diese Worte Taten folgen", teilt die Vorsitzende der Autonomiegruppe Julia Unterberger in einer Aussendung mit. Nach dem Treffen mit dem Präsidenten des ISPRA stimmte die Abgeordnetenkammer einem Beschlussantrag zu, der die Regierung verpflichtet, den Landwirtschaftssektor in den Provinzen Trient und Bozen bei Problemen mit Bären und Wölfen zu unterstützen. Die EU-Habitat-Richtlinie erlaubt den Mitgliedstaaten, von den Auflagen zum Schutz von Flora und Fauna abzuweichen, wenn Ursachen im öffentlichen Interesse vorliegen. Diese Ausnahmeregelung für die Entnahme von Wölfen wird in Schweden und Frankreich angewandt, wenn sich die Tiere Wohngebieten nähern oder einen bestimmten Schwellenwert überschreiten. "Laut italienischem Recht besteht die Möglichkeit, dass das Ministerium für Umwelt, nach Anhörung des Landwirtschaftsministeriums und des ISPRA Ausnahmen genehmigen kann. Zudem verfügt die Autonome Provinz Bozen über ein eigenes Gesetz zu diesem Thema, das einer Verfassungsprüfung standgehalten hat und dem Landeshauptmann die Entnahme von Wölfen einräumt, allerdings nach der Einholung eines Gutachtens des ISPRA. In Anbetracht der Tatsache, dass der Wolf nicht mehr zu den vom Aussterben gefährdeten Tieren gehört, dass im Weidegebiet der Region Trentino-Südtirol Herdenschutzmaßnahmen oft nicht durchführbar sind, fordern wir von der Regierung, dass die in Artikel 16 der Habitat-Richtlinie vorgesehenen Ausnahmeregelungen von der Autonomen Provinz Bozen umgesetzt werden können", so Unterberger abschließend.

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